Wanderung Montalin 2266 m, Chur – Maladers

Organisator: Werner Rhiner 29. oder 30. Mai 99

Tourenleiter-Helferin: Christina Joos (Gast)

Teilnehmer: Daniela, Eva, Vreni, Edgar, Benno, Lynne, Oscar, Hansueli, Imelda

Bei schönstem Wetter trafen wir „Ustermer“ uns kurz vor sechs Uhr morgens am Sonntag 30. Mai am Bahnhof Uster, um Richtung Bündnerland zu fahren. Doch wir hatten nicht mit dem Fahrplanwechsel gerechnet, die S-Bahn war noch nicht bereit, uns zu transportieren. In aller Eile tauschten wir unsere Billette gegen solche ab Pfäffikon aus. Per Telefon und Lautsprecher-ausruf am Bahnhof Wetzikon wurde Oscar nach Pfäffikon umdirigiert. Werner hatte zum Glück sein Auto zum Bahnhof mitgenommen, sodass wir fünf schmalen Würfe Platz hatten und nach Pfäffikon fuhren. Wie erwartet, erreichten wir den Zug natürlich nicht. Dafür sichteten wir das Auto von Oscar auf dem Bahnhofparkplatz und nahmen an, dass er mit Hansueli schon im Zug war. Per Natel orientierte dann Werner seine Christina über unserer Probleme. Sie war in Chur für die Organisation zuständig. Also fuhren wir den ganzen Weg nach Chur mit Werner. So holten wir wieder Zeit auf und trafen dann tatsächlich im Bahnhofbuffet auf den Rest der Gruppe mit Co-Tourenleiterin Christina. Nach soviel Aufregung blieb sogar noch Zeit für den verdienten Kaffee, danach liessen wir uns gemütlich mit dem Postauto nach Malders führen. So konnten wir doch noch eine Teilstrecke unseres Billettes nutzen.

In diesem kleinen Dorf wurde es dann ernst. Nach einem Startfoto, auf dem alle noch fit aussahen, ging es dann nur noch bergauf. Die Sonne wärmte schon anständig, viele wanderten in kurzen Hosen. Zuerst über Forstwege, dann über schmale Waldwege ging’s bergwärts. Nach ca. einer Stunde erreichten wir unseren ersten Rastplatz auf einer Waldlichtung, welche anscheinend von Einheimischen auch als Parkplatz benutzt wird. Wir löschten trotzdem unseren Durst und nahmen etwas Verpflegung zu uns. Bald darauf führte uns der Weg über schöne Alpweiden mit unzähligen Blumen – ein wunderbarer Bergfrühling wurde uns geboten.

In der Ferne war auch unser Tagesziel, der Montalin, zu sehen. Er ist übrigens einer der Churer Hausberge.

Als die Wege immer gebirgiger wurden, machte sich beim Schreibenden ein gewisser Trainingsmangel (oder auch Magnesiummangel) unangenehm bemerkbar. In beiden Oberschenkeln bekam ich Krämpfe, sodass ich zuerst von Oscar, dann auch noch vom Tourenleiter massiert werden musste. Dieser hätte eigentlich lieber eine hübsche Wanderin massiert, welche schon auf dem Abstieg war. Dass Du trotzdem mir geholfen hast, rechne ich Dir hoch an: Danke Werner! Der Rest der Gruppe machte sich zum Gipfelsturm auf. Nach einer Erholungspause erreichte ich dann etwas später auch das Ziel. Es lohnte sich, die Aussicht war wirklich herrlich. Bei angenehmer Temperatur konnten wir gemütlich Mittagspause halten.

Der Abstieg führte, zu meinem Glück, zuerst über viele Schneefelder, welche wir rutschend recht schnell bewältigen konnten. Doch auch die Rutscherei war einmal zu Ende, also mussten wir wieder normal wandern. Weiter unten querten wir dann noch grosse Lawinenzüge, welche fast vollständig von Gras und Nadeln verdeckt waren. Die Reste eines aussergewöhn-lichen Lawinenwinters.

Viel zu früh erreichten wir wieder Maladers. Das einzige Restaurant hatte geschlossen, die Terrasse war jedoch offen. Per Selbstbedienung aus dem Kühlschrank konnten wir also doch noch etwas Kühles trinken. Das Geld konnten wir in die Sparbüchse werfen. Man sieht, hier vertraut man noch auf die Ehrlichkeit der Gäste, zu recht, wie man an unserem Beispiel sieht. Per Abstimmung wurde dann beschlossen, nicht noch ca. eine Stunde auf das Postauto zu warten, sondern die knapp 600 Höhenmeter hinunter nach Chur auch noch zu Fuss zu bewältigen. Die Wege waren sehr steil und zum Glück meistens im Wald, sodass es nicht ganz so heiss war. Das anstrengendste Stück war dann dasjenige auf der Teerstrasse bis in die Stadt Chur. Unsere zwei „Eingeborenen“ wollten uns noch etwas die Stadt zeigen, an einem grossen Brunnen mussten wir jedoch unbedingt einen Schuh- und Tenüwechsel vornehmen, dazu auch noch die siedenden Füsse etwas kühlen.
Am Bahnhof blieb uns etwas Zeit ein Glace zu essen, und unser Bahnbillet bis Uster zu verlängern, bevor wir uns von der Tourenleiterin und vom Tourenleiter, welche die Tour sehr gut rekognosziert, organisiert und durchgeführt hatten, verabschieden mussten. In einem klimatisierten Doppelstockwagen liessen wir uns nach Pfäffikon führen, wo sich die Gruppe wieder aufteilte, bis wir schliesslich kurz vor 19.00 Uhr wieder zurück in Uster waren, wo unterdessen die S-Bahn wieder einwandfrei funktionierte.

Edgar Veronesi

 

 


© Sigi Zweifel 2000