Engelberg – Rugghubelhütte - Oberrickenbach
Organisator: Oscar Wüst 24./25. Juli 99
Teilnehmer: Benno, Lynne, Eva, Beatrice, Silvia, Emil, Fredi, Roland Gäste: Herbert, Boris, Marianne, Beatrix
Als Fremder ohne Alpinhosen bei den Alpinen
Die Anfrage meines Schwagers Oscar kam kurzfristig: Ob ich, zusammen mit meinem 15-jährigen Sohn Boris an der Wanderung der Alpinen über den Rotgrätlipass in Engelberg teilnehmen möchte. Anlass für diese Anfrage war unser Wunsch, einmal mit Oscar eine grössere Bergtour zu unternehmen, so gross mindestens, dass dabei ein Schneefeld oder Gletscher zu überqueren wäre. Engelberg – vor allem im Winter – ist uns Luzernern natürlich nicht unbekannt, aber diese Tour war für uns neu und so sagten wir zu, im Wissen, dass es sich dabei nicht um eine eigentliche Gletscherüberquerung handelt, aber doch um einen längeren Marsch im Schnee.
Unbekannt war für uns aber nicht nur die Strecke – unbekannt waren uns mit Ausnahme natürlich von Oscar und meiner Schwester Beatrice sowie Marianne (Freundin meiner Schwester) auch die andern Teilnehmer/innen dieser zweitägigen Bergtour: Eva, Emil, Silvia, Benno, Lynne, Roland, Beatrix und, in Engelberg dazugestossen, der rüstige Frühpensionär Willi. Bald schon wurde mir bewusst, was ein echter Alpiner und eine echte Alpinerin kennzeichnet und offenbar auch verbindet: strapazierfähige, in windeseile trocknende Hochgebirgshosen (oder wie diese Dinger genau heissen). Da war ich mit meinen Jeans schon in Kürze als Bergbanause gekennzeichnet. Was musste ich mir da in diesen zwei Tagen für Vorträge über richtige Bergbekleidung anhören, insbesondere Hosen!
Ansonsten möchte ich mich aber nicht beklagen, weder über die Tour noch über die Teilnehmer/innen. Nur war es manchmal ein bisschen schwierig, zu erkennen, ob etwas nun als Witz oder als ernsthafte Aussage gemeint war. Das hat mich bis in diese hinein Tage verfolgt, kam doch plötzlich die Anfrage, wo denn nun mein Tourenbericht bleibe. Was ich als Spässchen interpretierte, meinten die doch wirklich ernst! Nie hätte ich gedacht, dass ein Neuer und Fremder bereits beim erstenmal zur Berichterstattung genötigt wird. Dass die Alpinsektion Uster offenbar Nachwuchsprobleme hat, erstaunt mich seither überhaupt nicht mehr ...
Der erste Tag der Tour verlief wettermässig nicht nach der Vorhersage. Mehr oder weniger im Nebel stiegen wir am 24. Juli 1999 vom Risti (Zwischenstation der Seilbahn Engelberg-Brunni) zur Rugghubelhütte auf. Die schon bereitstehenden Liegestühle vor der Hütte blieben ungenutzt. Dafür waren aber alle Betten belegt – doch dank der Reservation unseres Tourenleiters Oscar konnten wir Schlafgelegenheiten im Innern beziehen. Kaum waren die köstlichen Älplermakronen in unseren Bäuchen verschwunden, verschwand auch der Nebel. Für einen kurzen Moment genossen wir im Freien den wunderschönen Blick in die Bergwelt und erlebten das Alpenglühen.
Relativ früh am andern Tag begann der Aufstieg zum Rotgrätlipass. Es lag noch sehr viel Schnee und er war zum Teil noch hart wie Eis, sodass doch so etwas wie ein Gletschergefühl aufkam (zumindest bei denen ohne Alpinhosen).
Auch der Abstieg im Schnee forderte doch einiges an Standfestigkeit. Bei warmen, gar heissen Temperaturen marschierten wir dann zum Bannalpsee, wo es einer (kein Alpiner) gar wagte, ins Wasser zu steigen. Nach der Schlemmerei von Glacecoups führte uns die kleine Kabinenbahn in schwindelerregender Höhe nach Oberrickenbach, anschliessend das Postauto nach Wolfenschiessen und die Bahn zurück nach Luzern.
Vielen Dank Euch Alpinen von Uster und Umgebung, ich habe mich sehr wohl gefühlt und falls Ihr eine Zweigstelle in Luzern errichtet: ich bin als Mitglied dabei.
Herbert Bürgisser, Adligenswil
|
© Herbert Bürgisser, Adligenswil 2000 |