Hochtour Oberalpstock 3327 m

Organisator: Benno Baumgartner 7./8. August 99 

Teilnehmer: Lynne Amos, Imelda Schmid, Beat Manser, Christine Joos, Werner Rhiner, Thomas Schmid

Die Wetterprognose war "schitter". Ich hoffte auf einen faulen Samstag. Aber Benno war optimistisch, "wird durchgeführt" hiess es am Freitag Naja, das Wetter heute Samstag ist ja eigentlich gut – wir können nicht klagen. Nur mit dem Nachtessen haben wir ein kleines Problem. Um halb sieben sollten wir zum Essen bereit sein – aber um sieben sind die Mägen immer noch leer, wenn man vom Inhalt der inzwischen ebenfalls leeren Flasche absieht. Die Linsensuppe um 19:05 ist eigentlich ganz gut. Das nicht unbedingt gegendtypische MahMee kommt genau um 19:30; doch da sind noch die zwei, die vegetarisches wollten – Hunger!
Die 09:30 Schwebebahn von Disentis haben wir eben nicht mehr erwischt – ein Kaffee liess sich organisieren. Die verlorene Zeit holten wir dann mit einem Aufstieg im Schnellzugstempo nach. Ab der Bergstation der Bahn (1860 m) auf dem Bergweg, mit etwas Sonne. Zum Brunnipass hinauf stiegen wir die letzten Meter über Granitfels, problemlos für Alpine!

Gemäss Programm wollte Benno nur die Elite auf den Brichlig mitnehmen. Wir sind die Elite, also kommen alle mit. Die mit den kurzen Beinen hatten etwas mehr Probleme beim Klettern! So zwei Stunden dauerte der Aufstieg, sieben Personen an Seilen behindern sich doch gegenseitig. Werni zeigte seinem Chrigeli die guten Tritte. Benno hat recht gehabt, das Wetter war so gut, dass wir oben eine Rast machten. Wir seilten eine Länge ab, suchten den Weg zur Cavadirashütte (2649 m), was die andern Hüttengäste auf der Terasse bestimmt erheitert hat.

Am Sonntag um 05:15 Tagwache, der Computer von Thomas spielt Musik, der Regen trommelt dazu auf das Hüttendach. Frühstück mit Rangverkündigung: Lynne, Christine und Imelda streiten darüber, wer nun am ausdauerndsten geschnarcht hätte. Den Oberalpstock müssen wir uns aus dem Kopf schlagen, wir ziehen die Regenkleider an, ziehen nach sieben Uhr los. Für die 50 Meter über ein Eisfeld montieren wir die Steigeisen, Imelda kann endlich mal ihre Neuanschaffung versuchen. Als sich der Nebel lichtet, sehen wir, dass wir die Eisplatte hätten umgehen können. Nass werden wir alle, kommen aber gut hinunter. Der Granit ist nicht sehr glitschig, oft gibt es feste Ketten. Eindrücklich sind all die schäumenden Bergbäche, die Schluchten und Wasserfälle. In der unteren Balmhütte kehren wir kurz ein. Nun hat auch der Regen nachgelassen, wir packen Pellerinen und Überhosen ein. Auch im Tal unten liegt noch Lawinenschnee, vor allem aber viel Fallholz ist zu sehen. Erst die Strassen und Wiesen sind geräumt, daneben ist noch grosses Chaos zu sehen. Um halb drei sind wir in Golzeren, bald kommt das Postauto.

Lynne und Benno haben vor drei Wochen rekognosziert, die Tour organisiert.
Die im Programm angekündigte Leiche haben wir nicht angetroffen, es handelte sich wohl doch um einen Schreibfehler für leichte (Bergwanderung).

Vielen Dank den Organisatoren (und den netten Teilnehmern).

Thomas Schmid

 

 


© Thomas Schmid 2000