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Kärpf, 2794 müM

Freitag/Samstag, 1999-09-10/-11


Teilnehmer
Urs hat die Tour wie folgt angekündigt:
 

Von: Rüetschi,_Urs <urs.rueetschi@@@@@@@@@@.ch>

Datum: 1999-09-09 13:51:56

Betreff: Letzte_Info_Gross_Kärpf

Liebe Bergkameraden,

Wenn andere die Eiger-Nordwand wagen, dürfen wir glaube ich den Gross Kärpf auch angehen.

Es könnte ein Tag werden wie der, an dem ich die Tour vor zwei Jahren rekognosziert habe: Blau, nur die Erdkrümmung schränkt die Sicht hinter Galenstock und Schesaplana ein, über eine Stunde Zeit auf dem Gipfel zum Kochen und Dösen, leicht bepackt ohne Steigeisen und Pickel...

So war es dann auch:

Um 10:40 treffen die beiden Samstagswanderer auf dem Gipfel ein, sie sind vier Stunden von Elm her aufgestiegen. Wir haben schon Suppe, Risotto und Kaffee gekocht, sind um 07:10 in der Leglerhütte (2273 müM) abmarschiert, um 09:40 auf dem Gipfel angekommen.

Gestern, der Aufstieg zur Hütte war bequem; sonnig und doch nicht zu heiss. Den Abend genossen wir vor der Hütte, schauten uns die Kunstwerke des Hüttenwartes (René Mohr) an: Steinfiguren, ein Gesicht in der Scheiterbeige, Bilder und orginelle Sprüche auf dem Abtritt. Die Abendunterhaltung bestritt ein alter Glarner Bergführer (Claude), angetrieben durch etwas Bier. Sein Dialekt war nicht leicht zu verstehen! Die Hütte ist bequem, hat aber nur Kerzen- und Petroleumlicht. Wehe dem, der sich in die Küche wagt, er wird dem Hund vorgeworfen! Peter hat es knapp überlebt, der Hund war noch am Schlafen.

Wir stiegen über den Chli Chärpf (2700 müM), mit den vier Steinmandli, gleich über der Hütte, auf - kein Problem. Auf dem Weg zum Unter-Chärpf (2441 müM) kommt die erste Kletterei, gute Griffe und Tritte, aber 4 Meter weit etwas exponiert.

Der Unter-Chärpf ist verkarstet, wir machen einige Sprünge über tiefe Gräben, einmal kehren wir um. Urs schleift elegant auf den Schuhen das Schneefeld hinunter, Peter und Thomas gelingt es nicht ganz so gut. Nur zu dritt sind wir, drum steigen wir über den Südgrat direkt auf den Gipfel. Thomas findet keinen Griff, wird von Urs auf den nächsten Fels geschoben.

Auf dem Gipfel ist es windstill, warm genug zum ausharren und Berichte schreiben. Der Vorab versteckt sich hinter Wolken. Gegen die Linthebene hin ist es dunstig, der Bachtel ist nicht erkennbar; die Bochslenhöchi in Hombrechtikon ist ohnehin hinter dem Fridolinspitz versteckt.

Gemeinsam mit den beiden Samstagsausflüglern steigen wir ab. Fredi traut sich über das Grasband zu gehen, ist lange vor uns in der Kärpflücke. Von dort durch rutschigen Schutt hinunter ist ein mühsames Gehen. Wenn auch ringer als der Aufstieg für die, die uns entgegenkommen! Noch einkehren in der Leglerhütte, bald danach trennen sich die Wege nach Elm und zurück zur Mettlenalp. Der Weg zum See dauert lange, da wir noch viele Heidelbeeren finden. So bleibt nur noch kurz Zeit für einen Schwumm im Stausee - nicht ganz alle hatten Badehosen dabei!

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