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Skitour, Rautispitz, 2283 m.ü.M.

Samstag, 2000-Februar-26

Teilnehmer:

Tourenbericht

Um 05:15 schrillt das Telefon. Fünf Minuten vorher hat mein Radio sich eingeschaltet, aber ich bin noch nicht unter der Decke hervorgekrochen. Sigi ist am Draht, in Uster regne es in Strömen. Beinahe gelingt es ihm, mich von der Tour abzuhalten. In Schwamendingen ist es noch feucht vom Regen der Nacht, doch regnet es nicht mehr, die Amsel singt vor dem Fenster. Nein, ich will den Taxi nicht abbestellen!

Stefan treffe ich im Tram. Im Zugabteil lacht mich ein weiterer Skifahrer an - aber keiner von den Alpinen; der von 711,1/120,3 ist es. Urs Rüetschi würde wieder den Kopf schütteln: "Thomas mit seinen Bekannten in jedem Zug!"

Sigi steigt in Näfels aus dem vorderen Wagen. Herr Stadler erwartet uns mit dem Kleinbus der Obersee-Taxi. Gestern sei er den Wagen holen gegangen, da sei die Strasse noch voller Tannennadel und Erde gewesen, jetzt sei sie frisch gewaschen, geregnet es in der Nacht, wehe demjenigen, der ohne Regenschirm von der Fasnacht nach Hause gehen musste! Heute Samstag geht eben die Sonne auf. Über dem Oberseetal bescheint sie den Gipfel des Brünnelistocks mit seinen geschwungenen, frisch verschneiten Felsbändern - wunderbar!

Stefan und Sigi fragen, ob wir das Taxi schon um 13 Uhr wieder haben können, zur baldigen Heimkehr. Mein Zeitplan scheint ihnen doch gar lang - erst um 14:30 wieder unten! Nun, ich rechnete mit einer grösseren Gruppe, wir könnten schon schneller sein.

Beim Obersee, P. 992, sind wir um 07:30 Uhr startklar. Herr Stadler schaut interessiert zu, wie wir die Felle montieren - Ketten kennt er, aber Felle nicht, er,. der pensionierte Postautochauffeur. Ich suche die Aufstiegspur - nichts da, wir sind die Ersten! Spuren durch den verregneten Schnee heisst das für uns.
An der Südseite des Obersees steigen wir über die gestürzte Tanne, gut habe ich ihr beim Rekognoszieren (Januar-09) einen Ast abgesägt! Im Aufstieg durch den Grappliwald ist der Weg leicht zu finden, auf dem Grapplistaffel bin ich etwas zu hoch, den Einstieg zur steilen Stufe müssen wir suchen. Was in der Stufe an Schnee lag, ist bereits herunterkommen. Gefahrlos können wir aufsteigen.

Auf der Rautialp machen wir eine Rast. Ich stelle mit Schrecken fest, dass eine Schraube meiner Fritschibindung fehlt! Ein kräftiges Klebband hatte mir bei der Cristallinahütte mal ein "Zellweger" geschenkt, mit diesem Band sichere ich den Fersenautomat an der Platte, hoffentlich muss ich nicht auf einem Ski hinunter fahren. Dafür spuren jetzt Stefan und Sigi.

Wieder kommen wir etwas zu hoch, wo der Hang steiler ist. Tatsächlich rutschen mal die obersten 5 cm Schnee langsam unter meiner Spur ab. Alle haben wir Mühe, der Schnee klebt an den Fellen. Sigi kommt am besten voran, Stefan und Thomas waren beide am Mittwoch Blutspenden, haben eine gute Ausrede. Wir schaffen auch die letzten hundert Höhenmeter nordwärts zum Gipfel, stehen um 13 Uhr oben. Sigi ruft via Diax das Restaurant an, damit der Taxi wartet. Näfels liegt zu unseren Füssen, mit dem Walensee, Amden und den Churfirsten dahinter. Vom Säntis ist nichts zu sehen, so gut ist das Wetter nicht.
Berauschend sind die Schräghangfahrten auf der Rautialp nicht. Ich will nicht zuviel davon schreiben - zu Glück haben mich nicht zu viele Leute gesehen, wie ich mit meiner kaputten Bindung im zähen Schnee jede Belastung vermied. Nur ein Tourenfahrer kam noch in unserer Spur hoch. Weiter unten, im Wald, begegneten wir wieder den Gemsen, wie schon im Aufstieg.

Im Restaurant Aeschen (Obersee-Taxi, 055/612 10 72), um 14:45, nimmt uns Herr Stadler die Rucksäcke ab. Er meint "mir kommt es nicht drauf an, ob ich den ganzen Tag unten oder hier oben sitze". Frau Fischli versorgt uns mit Tranksame. Selbstverständlich hält unser Taxi vor der Konditorei Müller in Näfels, damit wir Glarnerpasteten einkaufen können. So freundlich und günstig wurden wir gefahren, wir müssen bald wieder mal hinauf ins Oberseetal!