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Thomas Schmid
Luegislandstrasse 16, e-mail: Thomas.Schmid@decus.ch
8051 Zürich
 
Alpine Uster
 

Skitour, Piz Stella, 3163 m.ü.M. mit Velo!

Samstag/Sonntag, 2000-Mai-13/-14

Tourenbericht

Teilnehmer:
Benno Baumgartner, Tourenleiter
Lynn Amos
Klaus Eichler, Gast
Marta Ammann, Gast
Thomas Schmid, Berichterstatter

Der Wetterbericht war verheissungsvoll - es kann durchaus auch ein Gewitter kommen. Die letzten Tage über war es warm, wie ist wohl der Schnee, ein Sumpf mpf mpf? Am Freitag hat sich Benno entschlossen: die Tour findet statt. Nein, ein Zelt brauche ich nicht, wir werden in der Alphütte im Stroh übernachten.
Er muss eine Stunde früher in Thusis sein, weil einige Leute dort Velos mieten werden. Ich wäre sicherheitshalber auch einen Zug früher gefahren, doch brauchte ich die Stunde, um den Kellerschlüssel zu suchen, die Skier hatte ich im Keller bereitgestellt.
Wie ich die Skier auf dem Liegevelo transportieren kann, habe ich schon früher geübt. Viel einfacher als befürchtet geht der Bahntransport, ich habe die Skier auf das Velo gebunden, dies im Gepäckwagen deponiert. Auch einen Sitzplatz finde ich: nachdem ich den Rucksack einer jungen Dame in die Gepäckablage verschoben habe, verduftet sie samt Rucksack, schimpfend...
Toni und Imelda hätte ich eigentlich auch erwartet. Velo und Ski, das würde ihnen doch passen. Aber wir sind nur zu fünf. Lynn postet in Thusis am Kiosk Glace, weisst mich zum  Postauto. In Andeer wird der Anhänger mit den Velos an das andere Postauto gehängt, weiter geht es Richtung Juf, bis zur Abzweigung ins Val di Lei, Punkt 1672.
Ein Kioskkunde brachte schon in Thusis den Mund fast nicht mehr zu, als er die Skier auf meinem Liegevelo sah. Vor dem Tunnel angekommen

Ich habe sie senkrecht an der Rücklehne festgemacht, den Rucksack auf dem Gepäckträger. Gespannt bin ich drauf, wie die andern die Skier auf die Velos laden! Nun ja, Marta möchte nicht erwähnt werden... Die andern hängen sich die Säcke auf den Rücken, binden die Skier horizontal an Rahmen und Gepäckträger.
Mit zwei Zwischenhalten geht es zum Tunnel hinauf. Der ist beleuchtet, steigt nur wenig an, hat eine gute Fahrbahn (macht einen viel freundlicheren Eindruck als die Tunnels auf den Färöerinseln).
Die Fahrstrasse dem See entlang ist etwas holperig, aber nur an wenigen Schattenstellen müssen wir das Velo einige Meter weit durch Schnee schieben. Fast zehn Kilometer lang ist der See, als wir ankommen, zeigt der Zähler an meinem Velo TM: 02:12, DST: 13.65 [km], MXS 28.3 [km/h]. Vor uns steht der Berg, wir schauen an den Nordhang, durch den wir morgen Sonntag aufsteigen werden. Schnee gibt es noch, fast bis zum See hinunter.
Die erfahrenen Velobergsteiger stellen ihr Zelte auf, haben Kaffee, Suppe und Kocher dabei. Über den Berichterstatter wollen wir uns nicht auslassen. Er bekommt auch etwas zu Essen ab.
Am Abend um halb neun ist es saukalt. Wie beneide ich die andern vier. Die können sich gegenseitig warmhalten - ich gehe um neun allein in die Hütte. Ich muss mich nicht ins Stroh legen : eine der Hütten ist offensichtlich für Wanderer gedacht, mit Betten, Matratzen, Ofen und Brennholz.. Obwohl mir der Rotschwanz ein Gutenachtlied singt, habe ich Mühe mit Einschlafen.
Um halb sechs ist der Kaffee bereit, auch für mich.
Weitere Velos treffen ein, diese drei Skifahrer haben es eilig, wir sehen sie weit vor uns aufsteigen. Sie grüssen uns kurz während wir immer noch aufsteigen, sie an uns vorbei hinunterschwingen. Benno beurteilt die Spur als zu steil, er spurt neu.
Auf den Grat hinauf geht es über eine Wächte - die Abrissstelle, wo kurz vor Ostern der ganze Gipfelhang abging. Noch 20 Höhenmeter, dann blicken wir ins Tal hinunter, welches von Süden zum Splügen führt. Der berühmte Piz Groppera ist nicht weit weg. Sonst ist es mit der Aussicht nicht weit her - aber immer noch ist das Wetter gut, keine Niederschläge, kein Wind, Glück gehabt mit der Tour, herzlichen Dank, Benno!
Abfahrt von Piz StellaDer Schnee lässt anständige Kurven zu. Wir schwingen durch Sulzschnee talwärts. Gegen unten wird er doch etwas tiefer. Man sagt, die Überschläge seien recht spektakulär gewesen.
Noch eine Rast am Südende des Sees, auf unserem Zeltplatz.

Verrückter im Bergbach

Einige Verrückte stürzen sich gar noch in den Bergbach - wir wollen keine Namen nennen. Nun wieder alles auf das Velo verladen, nordwärts gefahren. Immer wieder sehen wir Murmeltiere, an und auf dem Strässchen. Auf dem Wasser des halbleeren Stausees liegt noch Eis, in grosse Platten zerbrochen. Der Osthang spiegelt sich dazwischen im Wasser, ein unwirklicher Anblick, wie der Berg zwischen den Eisschollen vorbeizieht. Der ganze See und der Berg liegen in Italien, ebenso das Restaurant, nur die Staumauer liegt in der Schweiz. Die beiden Gäste fahren direkt zur original italienischen Küche ins Restaurant, der Berichterstatter verabschiedet sich bei der Staumauer vom Führer Benno und von Lynn, hat den Drang nach Hause.

Vom Zeltplatz, am Südende des Sees, bis zum Abzweig Val Lei brauche ich nur 1 Stunde 29 Minuten, hinunter geht es viel ringer! Auf das  Postauto verzichte ich, fahre durch die Roflaschlucht, das Schams und die Via Mala nach Thusis hinunter. Wie ich ankomme, zeigt der Kilometerzähler TM: 02:52 [h], DST: 40.76 [km], AVS: 14.1 [km/h], MXS 57.6 [km/h], ODO: 3482.5. Und der Zug ist eben abgefahren.

Meinen Film lasse ich am Montag gleich entwickeln: alles schwarz. Zum Glück haben die Gäste gute Aufnahmen gemacht!