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Tourenbericht, Haggenspitz, 1761 m.ü.M.

Freitag/Samstag, 2001-Mai-18/-19

Teilnehmer:

Teilnehmer:

Jack Leuzinger (Organisator)

 

Urs Rüetschi (Berichterstatter)

 

Mark Rüetschi

 

Peter Lindgren

 

Willy Schenk

Tourenbericht

Seit Wochen schon freuen sich Mark und ich auf dieses Datum.
Nach dem Kleinen Mythen möchte Mark dieses Jahr den Haggenspitz probieren.

Willy stimmt sich ein auf die Tour mit einer Uebernachtung vor Ort im Berggasthaus Haggenegg.
Seine Idee übernehme ich dankbar, weil die Tour für den siebenjährigen Mark dadurch merklich verkürzt wird.

Wir werden als einzige übernachtende Gäste von den Wirtsfrauen prächtig verwöhnt und verbringen einen geselligen Abend mit Genuss des Abendrots im Rückseitenwetter einer Kaltfront.

 

Am nächsten Morgen haben wir viel Zeit, zu frühstücken, die Morgensonne zu geniessen und zwei Exemplare der herrlichen Kristallsammlung aus dem Gotthardgebiet zu kaufen. Schliesslich ist morgen Hochzeitstag!

Um 9 Uhr ruft uns Jack an und schlägt vor, dass wir uns in der Nähe des Einstiegs treffen sollen. Also wandern wir los, um alsbald viel früher als erwartet auf erhebliche Kletterprobleme zu stossen. Nach dem Sturm Lothar wurde hier offensichtlich nichts aufgeräumt, und eine Motorsäge stand nicht auf der Ausrüstungsliste.

An der letzten sonnigen Waldlichtung seile ich Mark an, und wir warten leicht frierend auf Jack und Peter. Einmal meinen wir sie zu sehen, aber es sind deutsche Touristen. Auf etliche Rufe hin höre ich endlich einen vertrauten Gegenruf von Jack. Er hat die Route erst letzte Woche rekognosziert, und entsprechend ruhigen Mutes folgen wir ihm.

Ein Rasenhang ist noch nass, und dankbar kann ich mit Jacks Pickel die Sicherheit für Mark noch erhöhen. Rasch gewinnen wir an Höhe, und vor einem exponierten Quergang nach links seilen wir alle an. Der Weichenknoten der Dreierseilschaft geht oft nicht durch die Zwischensicherungen, aber die herrliche Landschaft und das sichere Wetter lassen uns über solche Probleme hinwegsehen.

Nach dem leichteren mittleren Teil kommen wir zum Müllerkamin, der Schlüsselstelle der Route. Mit Rucksack ist es darin sehr eng, und einige Tritte sind schmal und abschüssig. Auf halber Höhe zeigt mir Jack im wichtigsten Moment einen Haken zum Legen einer Zwischensicherung, und wir können die Schlüsselstelle alle überwinden.

Weiter oben ist die Routenwahl nicht einfach, aber schliesslich ist über uns nur noch Luft!
Eine längere Gipfelrast wird zum Genuss. Peter träumt in der Sonne, ich koche für Marks Hunger Reis.
Viele Seen sind in der kalten und klaren Luft sehr gut zu erkennen, der Tiefblick auf Brunni eindrucksvoll.

Der Abstieg über die Normalroute beginnt leicht, wird aber immer abschüssiger. Oft müssen wir grössere Stufen einzeln vorsichtig passieren. Bei der letzten schwierigen Stufe von rund zwei Metern Höhe können alle bis auf den letzten Mann von oben gesichert werden, doch dieser hat danach ein echtes Problem. Mit Schulterstand und vereinten Kräften werden von unten zusätzliche Tritte geschaffen, womit alle diese Schlüsselstelle überwinden.

Im Griggeli hat Mark genug und möchte den Kleinen Mythen nicht mehr mitnehmen. Doch der direkte Steilabstieg nach Brunni wird von Jack als unbequem und kraftraubend beschrieben. Mark schlägt schliesslich den Ostsporn des Kleinen Mythen vor, den wir von zwei Aufstiegen bereits sehr gut kennen.

So traversieren wir die Ostflanke des Kleinen Mythen noch alle zusammen. Nach einem herzlichen Abschied trennen sich unsere Wege. Mark und ich beginnen vorsichtig den Abstieg, Jack, Peter und Willy erklettern ein herrliches Couloir, das sich gegen den Gipfel emporzieht. Noch längere Zeit können wir uns zuwinken.

Nach vollendetem Abstieg geniessen Mark und ich ein verdientes Eis im Restaurant Brunni und blicken nochmals mit Respekt zum steilen Haggenspitz hoch. Mein Bruder Werni hat mit einem Freund den grossen Mythen bestiegen, uns beobachtet und gesellt sich nun ebenfalls zu uns. Zufrieden reisen wir heim.

Jack hat mir den letzten Teil wie folgt beschrieben:
Nach genüsslicher Rast auf dem Gipfel des Kleinen Mythen steigen sie programmgemäss über den leichten Südgrat nach Zwischen-Mythen ab. Im offenbar wieder eröffneten Restaurant geniessen sie ein "Kafi Zwätschge", um sich danach zu trennen. Willy hat sein Auto am Uebernachtungsort Haggenegg stehen und benutzt den Mythen-Rundweg zur direkten Rückkehr. Jack und Peter steigen nach Brunni ab und reisen mit Bus und Bahn heim.

Die Tour bietet schon früh in der Saison haufenweise Leckerbissen und Kletterschwierigkeiten, wie sie sonst nur höhere Berge bereithalten. Wegen der vorgeschobenen Lage in den Voralpen ist zudem der Gipfelrundblick herrlich aussichtsreich. Irgendwann bietet sich eine Wiederholung an.

Danke, Jack!