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Tourenbericht

Alpine Uster: Bergtour Schesaplana (2964 müM)

Teilnehmer

Samstag, 2003-Aug-23

Werner als Frühaufsteher hat uns auf 6:10 auf den Zug bestellt. Grauenhaft, doch wir schaffen es alle, sammeln uns auf dem Zug nach Bad Ragaz.

Von dort geht es mit dem Postauto mit vielen Umwege - auf der Post Jenins sind einige Zeitungen abzugeben - wieder zur SBB, Station Maienfeld, dann an den Fuss der Berge im Osten des Rheintals. An der Talstation der Älplibahn steigen wir aus. Die Bahn hat wenig Förderkapazität, an schönen Tagen wie diesem empfiehlt sich, zu reservieren. Werner hat uns auf 08:15 angemeldet.

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Die Aelplibahn, Blick ins Rheintal mit Untervaz.

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Die Bahn wird von Enthusiasten betrieben; deren Frauen führen bei der Bergstation ein Restaurant, welches wir natürlich besuchen.

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Erst dann wird richtig losgelegt, Anneli in den Reserveschuhen von Werner. Dann geht es über den ersten Pass weg.

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Zuerst können wir noch ins Rheintal hinunterschauen, sehen nördlich den Gonzen und die Churfirsten, davor die Alp, auf welche Johanna Spyri die Heidi sendete.

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Der Kamm ist überschritten, es folgen noch viele weitere Pässe! Abstieg in die Maienfelder Alpen.

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Der Schesaplana ganz hinten rechts

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Das Strässchen zur Alp Ijes führt durch zwei Tunnels. Eben verschwand auch noch eine Gämse.

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Den ersten Tunnel hat die Gruppe geschafft.

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Vom Lichtloch des zweiten Tunnel bietet sich ein Tiefblick auf die Alphütten von Stürfis (1577 müM).

Nach den beiden Tunnel deponieren wir bei der Alp Ijes(1942 müM) den Balast, steigen gegen den Grauspitz (2574 müM) auf. Werner, Christine und Martha erwischen den etwas längeren, bequemen Weg im Westen.

Sigi isch gschuld, dass wir den rutschigen Hang unten am östlichen Felsabbruch durchkraxeln müssen. Anneli schafft den Hang, zu unserer Verwunderung, fast besser als Thomas. Auf dem Grat oben muss ihr Werner doch noch den Weg etwas weisen.


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Bei der Alp Ijes durften wir die Rucksäcke deponieren, steigen gegen den Grauspitz (2574 müM) auf.

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Anneli ging im Fels etwas zu hoch, Werner holte sie eben auf den sicheren Pfad zurück, begleitete sie auf den Grat.

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Zum Kreuz auf dem Gipfel des Grauspitz wollten wir eigentlich. Sigi und Werner schauen sich die Felsplatten an. Nein, dort hinauf und über steile Grasflächen, das riskieren wir nicht.

Von der Alphütte Ijes aus, wieder mit vollen Rucksäcken, machen wir uns auf den Weg. Werner kann eben noch Sigi zurückrufen, welcher den bequemen Weg zur Schesaplanahütte einschlägt. Über steile Wiesen und Kalksteinblöcke steigen wir zum Barthümeljoch, 2291müM. Einige Male meine ich, oben zu sein, doch, kaum ist ein Horizint erreicht: immer wieder sehen wir ein neues Joch vor uns. Sigi ist ganz vorn, dicht gefolgt von Fredi und Anneli. Dass unsere Estin so gut läuft, hätten wir nicht gedacht. Endlich habe auch ich es geschafft, stehe auf der Grenze zum Vorarlberg, Brot und Schinken nehme ich hervor, teile ehr und redlich mit Anneli, auch meine restlichen Zwetschen werden verzehrt. Martha spendet zwei Compeed-Pflaster für Annelis Fersen, mehr präventiv.

Links sieht man die Pfälzerhütte, rund herum Aussicht und rechts den Weg zur Gross Furgga 2359 müM. Wie wir um 15:15 Uhr die Furgga geschafft haben, sehen wir die Schesaplanahütte (1908 müM) vor uns. Der Wegweiser sagt:1 ½ Std.

Links neben uns Felspfeiler, auf der Landkarte als Alpstein bezeichnet, unter den Füssen ein schmaler aber guter Pfad, Schotter, Kalkstein. Gegen Schluss queren wir einige Tobel, in einem davon geht Martha verloren. Mit ihrem Bad braucht sie etwas mehr als 1 ½ h, Sigi braucht viel weniger.

Bei dem Wetter ist die Hütte selbstverständlich ausgebucht. Jeder Gast bekommt am Empfang ein Blatt, auf welches der Getränkeverbrauch eingetragen wird. Der Striche werden viele.

Immer wieder kommt der Falke, rüttelt über der Wiese hinter uns.

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Die Schesaplanhütte kommt immer näher. Unter Annelis Füssen ist die Wasserleitung der Hütte sichtbar.

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Wir sind vor der Schesaplana-Hütte versammelt. Thomas, Werner, Sigi, Fredi, Marta - Foto von Anneli. Jenseits des Sassauna (im Hintergrund) liegt unser Ziel von morgen Sonntag.

Mit der 19 Uhr Schicht dürfen wir ins Esszimmer, bekommen Reis mit Gemüse und Fleisch.



Um 21 Uhr verschwinden wir im Schlafsaal. Die Gespräche vor dem Einschlafen will der Berichterstatter hier nicht wiedergeben. Lassen wir es bei Marthas ungelöster Frage bewenden, ob sie sich jetzt Richtung Anneli ausbreiten könne.

Sonntag, 2003-August-24

Für das Morgenessen um 6 Uhr stellte ich den Wecker zuerst auf 05:45. Nein, ich müsse um 05:30 wecken, heisst es. Gut schlafe ich, muss das dicke Duvet gar beiseiten schieben, weil es zu warm wird. Um 05:25 wird es unruhig im Raum, unser Bettfluchten sind erwacht, können nicht auf den Wecker warten.Um Punkt 06:00 wird der letzte, der an den Tisch kommt, schon scheel angesehen.

Anneli bekommt sicherheitshalber eine Reepschnur um den Oberkörper montiert, damit sie bei allfälliger Panik ans Seil genommen werden kann. Abmarsch 06:30. Von der Schesaplanahütte geht es gerade hinauf, erst über Wiesen, bald aber sind wir auf dem Gebirgspfad durch die Kalkfelsen. Werner ist vorn, Anneli direkt hinter ihm, Christine folgt. Wir brauchen kein Seil, Anneli bekommt keine Panik, männiglich wundert sich, wie gut sie läuft. Auf dem Joch zeigt ein Schild nach rechts zum Gipfel, nach links zeigt eines zur Mannheimerhütte. Die Hinweisschilder, dass der Weg nach links nur mit Grödel zu begehen sei, ist wohl nicht mehr aktuell, den vom Brandner-Gletscher ist nur noch ein kläglicher Rest da. Wer keine Steigeisen hat, kann den Rest Eis wohl umgehen.

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Der Schesaplana ist geschafft! Wir sitzen unter dem Gipfelkreuz, hinter Sigi wäre die Mannheimerhütte. Anneli will südliche Farbe in den Norden mitnehmen.

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Vom Gipfel aus sieht man die kläglichen Reste des Brandner-Gletschers. Dahinter der Alpstein mit dem Säntis.

Um 9 Uhr, nach nur 2.5 h (statt 3 ¼ gem. Wegweiser) sind wir auf dem Gipfel des Schesaplana (2964 müM). Tatsächlich fehlt der Schnee hier oben; vor wenigen Jahren lag der ewige Schnee noch. Selbst zwei berggeübte Hunde sind hier unterwegs. Martha spendet einige Pflaster für die Füsse von Anneli, welche in den geliehenen Bergschuhen etwas gelitten haben.

Wir steigen gegen Norden ab. Massenweise kommen uns Leute entgegen, wie Ameisen auf der Ameisenstrasse. Man sollte eine Insektenspray haben. Zum Glück können wir bald abbiegen, steigen zur Gamsluggen (2380 müM) auf.

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Abstieg vom Schesaplana, eben zweigen wir ab von der Touristenroute.

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Die Touristen aus dem Norden fahren bequem mit der Seilbahn vom Brandnertal zum Lünersee (1970 müM) hinauf, übernachten in der Douglas Hütte am Staudam - wir sind froh, abzweigen zu können!

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Da oben waren wir! Der Rücken von Werner, auf der Gamsluggen.

Vorsichtig, teils an festen Seilen hinunter. dann das Tal queren. Unser Vorankommen wird dadurch behindert, dass wir Heidelbeeren finden.

Auf dem Fadurerfürggli sagt der Wegweiser: 2 Std. nach Fanas. Die Zeit brauchen wir wirklich, es zieht sich sehr bis zum Bergrestaurant Sassauna (1695 müM). 1 ½ Süessmost verschwinden dort im Nu im Berichterstatter. Der Kaffi findet keine Anklang, die hausgemachte Zwetschgenwähe hingegen sehr. Zu Ehren Imeldas wird auch ein Caramelköpfli verdrückt.

Wie wir mit dem Seilbähnli unten ankommen, stellt Werner fest, dass er seinen berühmten Beutel (siehe Tourenbericht Glarner Vorab) nicht bei sich hat. Nach einiger Aufregung und einigen Telefonaten ist vereinbart, dass der Sohn des Hüttenwartes der Schesaplanahütte den Beutel herunterbringen wird. Werner lädt Christine daher in ein Restaurant in der Gegend ein, die beiden verabschieden sich in Landquart.

Im Zug meint Fredi: wir haben keine schwere Bergtour hinter uns, wir haben nur eine Radiowanderung gemacht. Andere Leute sind anderer Ansicht. Wir hielten uns den ganzen Weg an die schwierige Variante gemäss Ausschreibung von Werner. Trotzdem kam Anneli Post den überall mit, auf ihrer ersten Bergtour. Zuhause in Estland treibt sie Sport, einmal wöchtenlich OL, zweimal Tanzen. Aber Berge, das gibt es nicht in Estland.



Eine Erläuterung von Imelda, auf Anfrage:
Gemäss Buch "Wie der Berg zu seinem Namen kam" ist Schesaplana so zu erklären: Komp. von bündnerromanisch "sassa", lateinisch plural "saxa" "Fels, Stein" und bündnerromanisch "pla(u)n" "eben". Der Berg fällt durch sein ebenes Profil auf. Anknüpfung an romanisch "tschessa" ist falsch.