Werner
als Frühaufsteher hat uns auf 6:10 auf den Zug bestellt.
Grauenhaft, doch wir schaffen es alle, sammeln uns auf dem Zug nach
Bad Ragaz.
Von
dort geht es mit dem Postauto mit vielen Umwege - auf der Post Jenins
sind einige Zeitungen abzugeben - wieder zur SBB, Station Maienfeld,
dann an den Fuss der Berge im Osten des Rheintals. An der Talstation
der Älplibahn steigen wir aus. Die Bahn hat wenig
Förderkapazität, an schönen Tagen wie diesem empfiehlt
sich, zu reservieren. Werner hat uns auf 08:15 angemeldet.
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Die Aelplibahn, Blick ins Rheintal mit Untervaz.
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Die Bahn wird von Enthusiasten betrieben; deren Frauen
führen bei der Bergstation ein Restaurant, welches wir
natürlich besuchen.
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Erst dann wird richtig losgelegt, Anneli in den
Reserveschuhen von Werner. Dann geht es über den ersten Pass
weg.
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Zuerst können wir noch ins Rheintal hinunterschauen,
sehen nördlich den Gonzen und die Churfirsten, davor die Alp,
auf welche Johanna Spyri die Heidi sendete.
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Der Kamm ist überschritten, es folgen noch viele
weitere Pässe! Abstieg in die Maienfelder Alpen.
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Der Schesaplana ganz hinten rechts
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Das Strässchen zur Alp Ijes führt durch zwei
Tunnels. Eben verschwand auch noch eine Gämse.
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Den ersten Tunnel hat die Gruppe geschafft.
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Vom Lichtloch des zweiten Tunnel bietet sich ein Tiefblick
auf die Alphütten von Stürfis (1577 müM).
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Nach den beiden Tunnel deponieren wir bei der Alp
Ijes(1942 müM) den Balast, steigen gegen den Grauspitz (2574
müM) auf. Werner, Christine und Martha erwischen den etwas
längeren, bequemen Weg im Westen.
Sigi isch gschuld, dass wir den rutschigen Hang
unten am östlichen Felsabbruch durchkraxeln müssen.
Anneli schafft den Hang, zu unserer Verwunderung, fast besser als
Thomas. Auf dem Grat oben muss ihr Werner doch noch den Weg etwas
weisen.
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Bei der Alp Ijes durften wir die Rucksäcke
deponieren, steigen gegen den Grauspitz (2574 müM) auf.
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Anneli ging im Fels etwas zu hoch, Werner holte sie eben
auf den sicheren Pfad zurück, begleitete sie auf den Grat.
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Zum Kreuz auf dem Gipfel des Grauspitz wollten wir
eigentlich. Sigi und Werner schauen sich die Felsplatten an. Nein,
dort hinauf und über steile Grasflächen, das riskieren
wir nicht.
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Von
der Alphütte Ijes aus, wieder mit vollen Rucksäcken,
machen wir uns auf den Weg. Werner kann eben noch Sigi
zurückrufen, welcher den bequemen Weg zur Schesaplanahütte
einschlägt. Über steile Wiesen und Kalksteinblöcke
steigen wir zum Barthümeljoch, 2291müM. Einige Male
meine ich, oben zu sein, doch, kaum ist ein Horizint erreicht:
immer wieder sehen wir ein neues Joch vor uns. Sigi ist ganz vorn,
dicht gefolgt von Fredi und Anneli. Dass unsere Estin so gut
läuft, hätten wir nicht gedacht. Endlich habe auch ich
es geschafft, stehe auf der Grenze zum Vorarlberg, Brot und
Schinken nehme ich hervor, teile ehr und redlich mit Anneli, auch
meine restlichen Zwetschen werden verzehrt. Martha spendet zwei
Compeed-Pflaster für Annelis Fersen, mehr präventiv.
Links
sieht man die Pfälzerhütte, rund herum Aussicht und
rechts den Weg zur Gross Furgga 2359 müM. Wie wir um
15:15 Uhr die Furgga geschafft haben, sehen wir die
Schesaplanahütte (1908 müM) vor uns. Der Wegweiser
sagt:1 ½ Std.
Links
neben uns Felspfeiler, auf der Landkarte als Alpstein bezeichnet,
unter den Füssen ein schmaler aber guter Pfad, Schotter,
Kalkstein. Gegen Schluss queren wir einige Tobel, in einem davon
geht Martha verloren. Mit ihrem Bad braucht sie etwas mehr als 1 ½
h, Sigi braucht viel weniger.
Bei
dem Wetter ist die Hütte selbstverständlich ausgebucht.
Jeder Gast bekommt am Empfang ein Blatt, auf welches der
Getränkeverbrauch eingetragen wird. Der Striche werden viele.
Immer
wieder kommt der Falke, rüttelt über der Wiese hinter
uns.
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Die Schesaplanhütte kommt immer näher. Unter
Annelis Füssen ist die Wasserleitung der Hütte sichtbar.
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Wir sind vor der Schesaplana-Hütte versammelt.
Thomas, Werner, Sigi, Fredi, Marta - Foto von Anneli. Jenseits des
Sassauna (im Hintergrund) liegt unser Ziel von morgen Sonntag.
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Mit der 19 Uhr Schicht dürfen wir ins Esszimmer, bekommen
Reis mit Gemüse und Fleisch.
Um 21 Uhr verschwinden wir im Schlafsaal. Die Gespräche
vor dem Einschlafen will der Berichterstatter hier nicht
wiedergeben. Lassen wir es bei Marthas ungelöster Frage
bewenden, ob sie sich jetzt Richtung Anneli ausbreiten könne.
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Sonntag, 2003-August-24
Für
das Morgenessen um 6 Uhr stellte ich den Wecker zuerst auf 05:45.
Nein, ich müsse um 05:30 wecken, heisst es. Gut schlafe ich,
muss das dicke Duvet gar beiseiten schieben, weil es zu warm wird.
Um 05:25 wird es unruhig im Raum, unser Bettfluchten sind
erwacht, können nicht auf den Wecker warten.Um Punkt 06:00
wird der letzte, der an den Tisch kommt, schon scheel angesehen.
Anneli
bekommt sicherheitshalber eine Reepschnur um den Oberkörper
montiert, damit sie bei allfälliger Panik ans Seil genommen
werden kann. Abmarsch 06:30. Von der Schesaplanahütte geht
es gerade hinauf, erst über Wiesen, bald aber sind wir auf
dem Gebirgspfad durch die Kalkfelsen. Werner ist vorn, Anneli
direkt hinter ihm, Christine folgt. Wir brauchen kein Seil,
Anneli bekommt keine Panik, männiglich wundert sich, wie gut
sie läuft. Auf dem Joch zeigt ein Schild nach rechts zum
Gipfel, nach links zeigt eines zur Mannheimerhütte. Die
Hinweisschilder, dass der Weg nach links nur mit Grödel zu
begehen sei, ist wohl nicht mehr aktuell, den vom
Brandner-Gletscher ist nur noch ein kläglicher Rest da. Wer
keine Steigeisen hat, kann den Rest Eis wohl umgehen.
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Der Schesaplana ist geschafft! Wir sitzen unter dem
Gipfelkreuz, hinter Sigi wäre die Mannheimerhütte.
Anneli will südliche Farbe in den Norden mitnehmen.
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Vom Gipfel aus sieht man die kläglichen Reste des
Brandner-Gletschers. Dahinter der Alpstein mit dem Säntis.
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Um 9 Uhr, nach nur 2.5 h (statt 3 ¼ gem. Wegweiser)
sind wir auf dem Gipfel des Schesaplana (2964 müM).
Tatsächlich fehlt der Schnee hier oben; vor wenigen Jahren
lag der ewige Schnee noch. Selbst zwei berggeübte Hunde sind
hier unterwegs. Martha spendet einige Pflaster für die
Füsse von Anneli, welche in den geliehenen Bergschuhen etwas
gelitten haben.
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Wir steigen gegen Norden ab. Massenweise kommen uns Leute entgegen,
wie Ameisen auf der Ameisenstrasse. Man sollte eine Insektenspray
haben. Zum Glück können wir bald abbiegen, steigen zur
Gamsluggen (2380 müM) auf.
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Abstieg vom Schesaplana, eben zweigen wir ab von der
Touristenroute.
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Die Touristen aus dem Norden fahren bequem mit der
Seilbahn vom Brandnertal zum Lünersee (1970 müM) hinauf,
übernachten in der Douglas Hütte am Staudam - wir sind
froh, abzweigen zu können!
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Da oben waren wir! Der Rücken von Werner, auf der Gamsluggen.
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Vorsichtig,
teils an festen Seilen hinunter. dann das Tal queren. Unser
Vorankommen wird dadurch behindert, dass wir Heidelbeeren finden.
Auf
dem Fadurerfürggli sagt der Wegweiser: 2 Std. nach Fanas. Die
Zeit brauchen wir wirklich, es zieht sich sehr bis zum Bergrestaurant
Sassauna (1695 müM). 1 ½ Süessmost verschwinden
dort im Nu im Berichterstatter. Der Kaffi findet keine Anklang, die
hausgemachte Zwetschgenwähe hingegen sehr. Zu Ehren Imeldas wird
auch ein Caramelköpfli verdrückt.
Wie
wir mit dem Seilbähnli unten ankommen, stellt Werner fest, dass
er seinen berühmten Beutel (siehe Tourenbericht Glarner Vorab)
nicht bei sich hat. Nach einiger Aufregung und einigen Telefonaten
ist vereinbart, dass der Sohn des Hüttenwartes der
Schesaplanahütte den Beutel herunterbringen wird. Werner lädt
Christine daher in ein Restaurant in der Gegend ein, die beiden
verabschieden sich in Landquart.
Im
Zug meint Fredi: wir haben keine schwere Bergtour hinter uns, wir
haben nur eine Radiowanderung gemacht. Andere Leute sind anderer
Ansicht. Wir hielten uns den ganzen Weg an die schwierige Variante
gemäss Ausschreibung von Werner. Trotzdem kam Anneli Post den
überall mit, auf ihrer ersten Bergtour. Zuhause in Estland
treibt sie Sport, einmal wöchtenlich OL, zweimal Tanzen. Aber
Berge, das gibt es nicht in Estland.