Sport und Freizeitclub Siemens Schweiz

Auffahrtsskitour „Berninagebiet”

Freitag, 2006-05-26

Heute Freitag Abend dreht sich das Gespräch lange um den Typen, der vom Konkordiaplatz aus ein geheiztes WC suchen wollte. Zum Glück ist der Herr heute nicht da, die Abtritte in der Coazhütte sind kalt, zu erreichen über eine Aussentreppe; fliessendes Wasser gibt es nicht. Seinen Komfort müsste er wohl im Hotel im Tal unten suchen gehen.

Und der Aufstieg gestern, am Auffahrtstag, vom Rosegtal, war ein Chrampf. Kutschenfahrt ins Val Roseg Nach einer gemütlichen Fahrt in zwei Kutschen, einem Besuch im Hotel Roseg Gletscher (http://www.roseg-gletscher.ch/), im Selbstbedienungs-Teil, wie von Mutter Schmid empfohlen, mussten wir uns die Rucksäcke und die Skier auf die Rücken laden. Der Weg über die glaziale Schwemmebene und entlang dem See ging ja. Doch dann hinauf zur Chamanna Coaz (http://www.coaz.ch/). Steil, den Weg suchen, über verlassene Alpweiden, ab so 2500 m dann Schneefelder queren. Endlich konnten wir die Skier anziehen - und schon wieder ein Felsband. Gut vier Stunden dauerte es schon, bis wir vom Hüttenwart Alois Kunfermann in der Coazhütte freundlich begrüsst wurden.

Aufstieg zum Sella PassAusser uns sind - trotz Auffahrt - nur noch zwei Schneeschuhläufer da. Die, Walä und Andi, bestiegen heute, von hinten hinauf, den Chapütschin (3369m), konnten aber nicht auf der Nordseite hinunter; die dünne Eisschicht war zu kritisch. Wir Acht, wir waren über den Sellapass zum Piz Sella (3517m) aufgestiegen. Der Schnee war hart, ohne Harscheisen ging es nicht. Wir stiegen in zwei Gruppen, am Seil, auf. Die vordere Gruppe wurde geführt von Vladimir. Er zog vorn, Thomas bremste hinten, konnte fast nicht mehr in der dünnen Luft, nach einer miserablen Nacht. Eigentlich war der Sella nicht unser Ziel. Doch die Gletscher sind abgeschmolzen, wir fanden den Weg zur La Muongia (3415 m) nicht.

Einen direkteren Weg zum und vom Sellapass haben wir nach dem Abstieg gesehen, der hätte uns die Gegensteigung gespart. Am Abend, nach guten Pizzokels von Alois und einem scharfen Jass - Rosa und Stefan gegen Andi und Thomas - ist der Umweg vergessen.

Samstag, 2006-05-27

Vladimir spurt, mit SpitzkehrenDiesmal funktioniert der Wecker, spielt um 04:52 die Orsa Polska. Wir schaffen den Abmarsch um 06:12. Heute ist der Schnee matschig, Vladimir und Ivo legen eine Spur, bald im steilen Hang auf dem Gletscher, in Richtung auf den Chapütschin. Marlies unterweist, wie man die Spitzkehre mit Schwingen des Skis nach hinten effizient macht. Doch der Unterricht will nicht fruchten, im steilen Sulz mühen sich auch unsere aus der Tschechei importierten Spezialisten ab. Einige Leute sind froh, dass es nur langsam voran geht. So kann auch unser Nachzügler zur Gruppe aufholen und auch der, der den ganzen Winter nie in den Bergen war, kommt mit.

Ein Loch öffnet sich unter Vladimirs Skiern. Die weiteren Teilnehmer aus unserer Gruppe nehmen wir am Seil über die Spalte. Nebel zieht auf, wir ziehen die Felle ab, überlegen noch eine Viertelstunde, ob wir 400m weiter hinauf steigen, auf den Gipfel. Auftragsgemäss ruft Ivo mit dem Mobiltelefon beim Wetterdienst 162 an. Die Auskunft bringt uns auch nicht weiter. Wir fahren hinunter, die meisten von uns wieder mit Spitzkehren, dabei lässt sich im Sulz des Steilhanges wunderbar drehen, vor allem mit kurzen Skiern.

der Hund des HüttenwartesBei der Hütte nieselt es etwas, schön, hineingehen zu können. Wir überlegen, heute schon abzusteigen, doch Alois behält uns gerne bis morgen hier, er hat mehr als genug Nahrungsmittel da, hat auch Essen für eine andere Gruppe geplant. Die haben sich abgemeldet. Wir bleiben, essen wiederum gut, nehmen uns vor, am Sonntag keine Tour mehr zu machen. Alois’ Hund scheint Freude an der Gesellschaft zu haben; er wird einige Mal fotografiert.

Ein Abend ohne weitere Aufgaben: also hinsetzen und Tourenbericht schreiben!

Sonntag, 2006-05-28

Bereits ist die Kutsche vom Hotel Roseg Gletscher nach Pontresina bestellt, auf 13:30 Uhr.

Rosa und Stefan auf dem Abstieg Frühlingsblumen Kurz nach 7 Uhr beginnen wir den Abstieg, soweit wie es geht mit den Skiern, anschliessend buckeln wir wieder die Skier, steigen zwischen Felsblöcken und Frühlings­blu­men zum See hinunter.

Moräne des Tschiervagletschers, Bernina Der Tschierva­gletscher scheint viel kleiner als beim letzten Besuch etwa 1985. Der Bernina mit dem Biancograt ist noch da, wenn das Eis auf dem Grat auch zurückgeschmolzen ist.

Im Hotel leisten wir uns einen Dessert, dann fährt uns Daniela zum Bahnhof Pontresina, wo sich die Wege von Autofahrern und Bahnpassagieren trennen.

Marlis Rücken schmerzt vom Skitragen

Marlies Rücken schmerzt vom Skitragen


Teilnehmer